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von: det7171 - 07°02°2010, 21:29 - 650 mal gelesen
   
Hallo Tauchgemeinde, die Diskussion mit den Branchengrößen hat natürlich ohne auch nur einen Taucher von der Basis stattgefunden. Ich meine damit, dass dort Leute über Probleme diskutiert haben die den Konsumenten betreffen.
Es ist wie auch in großen Firmen... die Manager meinen das die Mitarbeiter der Meinung sind... oder besser noch, dass die Mitarbeiter die Meinung der Manager leben sollen.
Wie soll bitteschön eine Branche wachsen wenn sie sich nicht an den Leuten orientiert die das Produkt konsumieren sollen?
Ich bin aktiver Taucher seit 29 Jahren. Seit 10 Jahren ehrenamtlich 2ter Vorsitzender in einem VDST Verein. Meine Funktion beinhaltet auch die Öffentlichkeitsarbeit. In unsere Stadt zählen wir mit aktuell 79 Mitgliedern zu den "Kleinstvereinen". Wir sind also quasi nicht vorhanden... es sei denn es geht um das Bezahlen von Pachtgebühren. Für unseren Verband sind wir auch nur dazu da den Beitrag zu überweisen. Nicht das der Verband schlecht ist oder nichts bietet. Aber eben nicht unbedingt die Unterstützung und das Interesse für den Mitgliedsverein zeigt der eigentlich selbstverständlich sein sollte.
Aber ich möchte hier nicht weiter über solche "Kleinigkeiten" meckern.
Ich möchte nur kurz auf einige wie ich finde wichtige Aussagen meine Meinung beisteuern.
1: "Die Übergabe auf dem Flug nach Hause fehlt" (Dr. Franz Brümmer)
Wo bleibt Ihr Interesse an den Tauchern vor dem Flug? Mit Tauchern meine ich all die ganz normalen Taucher und Mitglieder in Ihrem Verband. Eine Übergabe auf dem Flug... ist zu spät. Das Gespräch "nur" mit den Branchengrößen gibt Ihnen mit Sicherheit keine Infos über die Wünsche der "normalen" Taucher und der Blick auf den Alpenverein den können sie sich auch sparen... verschwendete Zeit. Schauen sie sich bei Ihren Mitgliedern um das bringt mehr für alle... auch für die Hersteller und Anbieter für den Tauchsport.
2: "100 Tauchgänge sind für einen TL zu wenig" (Volker Clausen)
Hier stimme ich zu 100% zu.
3: "Tauchlehrer sind oft keine Werbeträger" (Klaus Gasser)
Ja wer möchte denn als tauchende Plakatsäule rumlaufen, unterrichten, ausbilden und die Werbung auch noch selber entwerfen und bezahlen?
Was für eine Werbung bringt uns denn was? Eine Werbung die beim Kunden haften bleibt. Das ist nicht nur das Brevet und ein Aufkleber.
Da muss man sich schon mal mehr Gedanken machen.
Leider werden die Ideen für eine effektive Werbung nicht im Management gebohren sondern bei den Leuten die letztentlich die Konsumenten sind... da muss man mal hinschauen und hinhören.
4: "Hemmschwelle vor dem Tauchen ist groß" (Monika Richter)
Hier stimme ich zu. Als Verein ist es sehr schwer neue Mitglieder zu bekommen. Das geht meist nur über das Schnuppertauchen. Um (aktuell) 3 interssierte Leute ins Hallenbad zu bekommen reicht nicht das Angebot "probierts doch mal aus". Da muss man sich die Zeit nehmen und den Leuten zeigen was da auf Sie zu kommt... was der Verein sonst noch so zu bieten hat und was es unter Wasser (auch in unseren Breiten) zu sehen gibt. Also viel Zeit und und die Erfahrung im Umgang mit Menschen sind wichtig. Aber auch die "eigenen" Fotos aus dem Vereinsgewässer können ein gutes Argument sein.
Das dann im Schwimmbad kein altes und runter gekommenes Equippment eingesetzt werden darf ist klar. Denn hier entscheidet sich für uns schon ob das ein Taucher oder eine Taucherin wird oder nicht.
Richtig wäre hier die Unterstützung von Industrie und vom Verband... zumindest für die ehrenamtlich arbeitenden "Kleinstvereine".
5: "Das Geschäft vieler Basen ist zu kurzlebig" (Jean-Claude Monachon)
Ja, warum denn? Weil Internet und schnelle Netzwerke den persönlichen Kontakt zu den Basen nicht ersetzen können. Wie eine Basis läuft und wie das Umfeld auf eine Basis reagiert kann man nicht über das Internet oder bei einem Kurzbesuch erfahren.
Tauchen muss auch kein Trendsport sein. Tauchen muss wieder das Erlebnis "Natursport" sein. Ein Hobby bei dem das Verständnis für die Zusammenhänge in unserer Umwelt (in dem Fall die Unterwasserwelt) erlebt wird. Ein Hobby das mich entspannt, bei dem ich mit Leuten etwas gemeinsam erlebe und nebenbei auch noch etwas lerne.
Das Lernen wird nicht zur Stresssituation sondern zum Erlebnis.
6: "Vieles knochenhart, vieles knochentrocken" (Axel Otto)
Das sind oftmals die Verbände die uns diese Richtung (kochenhart, knochentrocken) vorgeben. Wenn in der Tauchausbildung ein positives Erlebnis erreicht werden soll, dann muss der verantwortliche Tauchlehrer/Instruktor sich etwas einfallen lassen... meist entgegen der Verbandsvorgaben.
7: "Tauchen steht ständig im Wettbewerb" (Werner Thomaier)
Auch hier wieder das Zusammenspiel Hersteller Kunde. In dem Fall ist der Laden in der City Kunde beim Hersteller. Der Hersteller macht sich wohl kaum Gedanken wie sein Kunde mit seinem Laden klar kommt. Hauptsache der Umsatz stimmt.
Ok, ok, das wäre ja auch soweit in Ordnung... wenn beide profitieren können. Aber in einem Umfeld wie einer City, wo der Taucher seinen Drucklufttank hinschleppen muss, wo kein Parkplatz vor dem Laden ist und wo die Ladenmiete den Gewinn schon fast gegen null gehen lässt... ist fern jeglicher realität. Wenn dann noch die Politik bzw. die Stadtväter die Auflagen so hochschrauben das der Ladenbesitzer zum Sklaven der Tauchbranche wird... ja das dürfte den sog. Branchenriesen entgegangen sein.
Wo ist da die Unterstützung von den Branchenriesen?
8: "Ein guter TL hält seine Taucher bei der Stange" (Robert Stoß)
Wie denn? Was soll der Tauchlehrer denn sonst noch alles machen?
Kunden gewinnen, super Tauchausbildung liefern, das ultimative Taucherlebnis vermitteln und dafür sorgen das der Taucher auch nach dem Urlaub zu Hause in irgend ein Baggerloch steigt?
Wie soll der Anfänger, der aus dem Urlaub kommt, der im warmen Wasser seinen Tauchschein gemacht hat dafür interessiert werden in einen "kalten", "dunklen", "dreckigen" Baggersee zu steigen und vermutlich dort seinen neuen Tauchanzug ruinieren...?

Meine Dame, meine Herren, Sie sind so weit weg von den potenziellen aber auch von den tauchenden Kunden wie der Mond von der Erde.
Aber auch der Mond wurde schon erreicht. Also nicht aufgeben.
Damit "wir", und damit meine ich alle die die mit Ihrem Herzblut für den Tauchsport einstehen, noch in absehbarer Zeit erfolgreich sein können muss ein umdenken stattfinden.
Der erste Schritt muss ein gemeinsames Ziel sein.
Das setzt aber voraus, dass wir uns in den Ansichten nähren.
Das setzt voraus, das Unterschiede zwischen den Verbänden nicht auf dem Rücken der Taucher und tauchenden Verbandsmitglieder oder zukünftigen tauchenden Kundschaft ausgetragen werden.
Schaffen Sie eine gemeinsame verbands- und organisationsübergreifende Basis, ein Fundament auf dem die Tauchbranche steht und einen gemeinsames Ziel für den interssierten Kunden.

PS. Ich bin hier nur auf einige wenige Punkte aus der Diskussion eingegangen. Allerdings sind das Punkte die ich in meiner langjährigen Tauchpraxis und ehrenamtlichen Tätigkeit erleben/erfahren durfte.



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Schnittstellen...
von: det7171 - 07°02°2010, 21:29 - 650  mal gelesen
Re: Schnittstellen...
von: rurr23 - 14°02°2010, 12:57 - 421  mal gelesen
Re: Re: Schnittstellen...
von: det7171 - 15°02°2010, 08:37 - 486  mal gelesen

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